“ZOG NISHT KEYN MOL” - JUDENTUM IN VILNIUS EINST UND HEUTE
Ein Nachmittag und Abend Anlässlich der Partnerschaft zwischen der Stadt Salzburg und Vilnius und dem Land Salzburg und der Republik Litauen 4. September 2009 ab 16.00h Haus für Europa (Edmundsburg, Mönchsberg 2, Salzburg), Europasaal Vilnius wurde einst wegen seiner blühenden jüdischen Kultur das „Jerusalem des Nordens“ genannt. Die Juden bildeten bis zur Schoa die größte Bevölkerungsgruppe. Anfang Juni 1941 kam es unter sowjetischer Regierung zu Übergriffen und Deportationen. Nach dem Einmarsch der Nazitruppen am 22. Juni 1941 wurde das Wilnaer Getto eingerichtet. Hier versuchte die jüdische Bevölkerung trotz der widrigsten Umstände, ihre Kultur weiter zu erhalten und zu pflegen. Theater, Konzerte und vor allem das Lesen von Büchern erhellten für kurze Zeit den tristen Alltag. Das Lied „Zog nisht keyn mol“ von Hirsh Glik steht symbolisch für den Mut einer Aufstandsbewegung, die im Getto entstand und wurde in ganz Osteuropa das Lied der jüdischen Partisanen. Hirsh Glik wurde bei der Liquidation des Wilnaer Gettos nach Estland deportiert und ermordet. 1943 wurde das Getto geräumt. Schon vorher waren 80% der litauischen Juden in Massenerschießungen ermordet worden. Insgesamt kamen während der Schoa in Litauen 93% aller Juden um, das sind rund 130.000 Menschen. Nach Ende des Krieges wurde unter sowjetischer Herrschaft und der feindlichen Haltung gegenüber den „Kosmopoliten“ das jüdische Erbe fast vergessen. Synagogen werden planiert, der Friedhof in einen Sportplatz verwandelt. Erst nach der Unabhängigkeit wird das Jüdische Museum wieder eröffnet und eine kleine jüdische Gemeinschaft entsteht. Am 4. September 2009 wollen wir durch Information, Zeitzeugnis und Beispiele des lebendigen Kulturschaffens dem jüdischen Erbe in Vilnius und Litauen eine Stimme verschaffen. Eine gemeinsame Veranstaltung von: Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte, Stefan - Zweig - Centre; Land Salzburg; Stadt Salzburg; Botschaft der Republik Litauen; Literaturhaus Salzburg Programm: 16.00h: Begrüßung Botschafter der Republik Litauen in Österreich Excellenz Giedrius Puodžiūnas Landeshauptmann – Stellv. Mag. David Brenner Bürgermeister‐Stellvertreter Dr. Martin Panosch 16.15h‐19.00h: Vorträge und Lebensberichte 16.15h‐17.00h: Dr. Ruth Leiserowitz „Juden in Litauen in Geschichte und Gegenwart“ 17.00h‐17.45h: Prof. Dr. Irena Veisaite „Warum ist es immer noch schwer in Litauen über Holocaust zu sprechen?“ 17.45h‐18.15h Pause 18.15h‐19.00h: General (a.D.) Ephraim Lapid „A Lithuanian Jew in Israel“: Ein Lebensbericht 19.00h‐20.30h: Ein kultureller Abend zu Litauen Gleb Pyšniak (Cello) spielt Lieder aus Litauen Markas Zingeris spricht mit Cornelius Hell und liest aus seinen Werken Cornelius Hell stellt sein neues Buch vor: Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius. Picus Verlag, Wien 2009 (=Picus Lesereisen) Zu den Personen Ruth Leiserowitz (gebürtige Kibelka; *25. Dezember 1958 in Prenzlau, Brandenburg) ist deutsche Historikerin. Sie betreibt vornehmlich Forschungen im litauisch‐russischen Raum, dem früheren Ostpreußen. Ruth Leiserowitz wuchs in der Kleinstadt Löwenberg bei Oranienburg als Tochter eines evangelischen Pastors auf. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands studierte sie seit 1990 Geschichte und Polonistik an der Freien Universität Berlin und in Vilnius. Das Studium schloss sie 1996 mit der Magisterprüfung ab. Zwischen 1996 und 2000 lebte Ruth Kibelka in Klaipėda, Litauen, wo sie im nahe gelegenen Nidden auf der Kurischen Nehrung den Aufbau des Thomas‐Mann‐Kulturzentrums als wissenschaftliche Mitarbeiterin begleitete. Gleichzeitig lehrte sie zwischen 1996 und 2001 am Klaipėdaer Forschungszentrum Westlitauische und Preußische Geschichte. 1997 wurde Kibelka an der Humboldt‐Universität Berlin im Fach Neuere und Neueste Geschichte promoviert. Im Jahr 2000 nahm Ruth Kibelka durch Heirat den Nachnamen Leiserowitz an; in den Folgejahren bis 2005 arbeitete sie unter anderem an den Universitäten Potsdam, HU Berlin und Klaipėda an verschiedenen Forschungsprojekten. Bis in die Gegenwart (2009) hat sie einen unbefristeten Lehrauftrag an der Klaipėdaer Universität. Irena Veisaite ist Holocaustüberlebende aus Vilnius. Kurz nachdem Litauen von den Nazis besetzt wurde, kam sie in das Getto von Kaunas. Ihre Mutter wurde im Juli 1941 ermordet, ihr Vater lebte als litauischer taatsbürger in Belgien und überlebte deswegen den Holocaust. Freunde der Familie ermöglichten 1942 die Flucht der kleinen Irena aus dem Getto. Sie wurde nach Vilnius gebracht und bei Bekannten versteckt. Prof. Veisaite hat einen MA in Deutscher Sprache und Literatur der Lomonosov State University in Moskau und ein PhD der Universität Leningrad und lebt heute in Vilnius. Sie ist Theaterkritikerin und hat lange Jahre an der pädagogischen Universität Vilnius unterrichtet. Veisaite initiierte gemeinsam mit Prof. C. Kudaba den Open Society Fund – Lithuania (OSFL), war zwischen 1990 und 1993 Vizevorsitzende und von 1993‐2000 Vorsitzende. In dieser Eigenschaft hat sie viele Projekte initiiert, die junge Künstler aus Litauen unterstützen. Veisaite hat mehr als 200 Artikel geschrieben und ist Co‐ Autorin einiger Textsammlungen und Herausgeberin von Büchern zum Thema Theater. Veisaite war Vorsitzende des Stateless Cultur Center der Universität, der Baltic Cultural Foundation etc. Sie ist Mitglied des OSI Cultural sub‐board; Ombudsfrau des OSI; Vorsitzende des National Committee in Litauen des United World Colleges (UWC); Mitglied des Kuratoriums des Thomas Mann Kulturzentrums in Nida; Sie war Mitglied des UNESCO Nationalkomitees in Litauen; zwischen 2003 und 2007 war sie Mitglied des Advisory Board des Kulturministeriums. Sie gehörte dem Advisory Board für das Projekt “Vilnius – the European Cultural Capital 2009” an. 1995 erhielt Veisaite den Gediminas Orden (IV. Grad); 2003 wurde sie von der Sugihara Foundation zur “Person of tolerance for the year 2002” nominiert und 2006 durch die Stadt Vilnius mit der Barbora Radvilaite Medaille ausgezeichnet. Ephraim Lapid ist der Sohn litauischer Eltern, die 1932‐33 nach Israel emigrierten. Er studierte Middle Eastern Studies und Arabisch an der Hebrew University (B.A.) und Politikwissenschaften (M.A.). Er diente als Senior Intelligence Officer in der israelischen Armee, war Armeesprecher, Brigadegeneral und Kommandant des Armee‐Radios Galei Zahal. Nach seiner Pensionierung arbeitete er als Senior Official in der Jewish Agency. Lapid ist Mitglied der Association of Lithuanian Jews. Er war Generaldirektor des Media Information Centers und Generaldirektor des Ulpan Akiva. Lapid ist Autor zahlreicher Publikationen und Lecturer an der Bar Ilan Universität sowie am Ariel College. Er ist auch Vorsitzender der Public Affairs of the Association of Veterans der Armee. Gleb Pyšniak (*1987, Vilnius) studierte Cello in Vilnius und Wien. Er besuchte Meisterklassen unter Yo‐Yo Ma, Mstislav Rostopovich, David Geringas, Silvija Sondeckienė, Hege Waldeland, Piere Bari, Eleonora Testelec, Peeter Paemurru, Tomasz Strahl, Laszlo Mezo, Tigran Alichanov, Jeroen Reuling, Harald Schoneweg, Michael Flaksman, Elena Očic, Zvi Livschitz, Aleksandr Boyarsky und Monika Leskovar. Mit 12 Jahren spielte Pyšniak bereits Solo mit dem Balys Dvarionas Chamber Orchestra. Zahlreiche Auftritte im In‐ und Ausland folgten, in Litauen, Polen, Holland, Kroatien, Norwegen. Er wurde zu zahlreichen Veranstaltungen und Festivals eingeladen (The Parade of Musicians, Druskininkai Summer, Birštonas Summer Festival, etc.). 2008 spielte er bei der Weltpremiere CONCERTO DA CAMERA für 7 Cellos von Vytautas Laurušas. Gleb Pyšniak glänzte als Solist u.a. in Lettland, in Oslo mit der Lithuanian National Philharmonic, in der Vilnius City Hall, dem Congress Palace, dem National Opera and Ballet Theatre, der Great Hall of the Lithuanian Academy of Music and Theatre, der Vilnius Picture Gallery, dem Radvila Palace, dem Tyszkiewicz Palace. Zwischen 2000 und 2008 wurde Gleb Pyšniak bei 17 nationalen und internationalen Bewerben ausgezeichnet (u.a. International Balys Dvarionas Competition, Sąskambiai, Pavasario pasažai, Pavasario sonata). Er gewann den ersten Preis und einen Spezialpreis beim 6. Antonio Janigro International Cello Wettbewerb. 2008 gewann er den Großen Preis in einem Wettbewerb, der von der Vereinigung der Juden in Litauen veranstaltet wurde und den ersten Preis in einem Instrumentenwettbewerb der Litauischen Akademien, ebenso den ersten Preis beim Internationalen August Dombrovski Wettbewerb. Markas Zingeris (*1947 in Prienai) ist Journalist, Prosaschriftsteller, Lyriker, Dramatiker und Übersetzer. Bis 1971 studierte er Journalistik an der Universität Vilnius. Anschließend arbeitete er im Kriegsmuseum in Kaunas und in der Tageszeitung „Laikinoji sostinė“ und hatte Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen in Kaunas und am Institut für Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft an der Universität Vilnius. Zur Zeit ist Zingeris Direktor des nach dem Wilnaer Gaon benannten Jüdischen Staatsmuseums. Er ist Mitglied des Litauischen Schriftstellerverbands und des P.E.N.‐Zentrums. Zingeris debütierte 1984 mit dem Gedichtband Das Zedernhaus. 1996 wurde im Akademischen Dramentheater in Kaunas sein Stück Um den Springbrunnen herum oder Das Kleine Paris aufgeführt. Zingeris übersetzte russische und englische Lyrik und Prosa. Seine Werke wurden ins Deutsche, Französische, Englische, Niederländische, Russische, Jiddische, Finnische, Polnische und Ungarische übersetzt. Für den Gedichtband Ein Abend in der Kindheit (1989) erhielt Zingeris 1990 den Titel des besten neuen Autors. Der Erzählungsband Illusion (2000) wurde als das beste Buch in Kaunas des Jahres 2001 ausgezeichnet. Zingeris lebt in Kaunas und arbeitet in Vilnius. Cornelius Hell, Mag. theol. (*1956 in Salzburg), ist Literaturkritiker und Essayist, 2002–2008 Feuilleton‐Chef der Wochenzeitung „Die Furche“, Autor von über 200 Sendungen für den ORF und den Bayerischen Rundfunk, lebt in Wien. 1984–86 Lektor für deutsche Sprache und österreichische Literatur an der Universität Vilnius; 1992–2005 Lehrbeauftragter für deutsche Poetik an der Universität Mozarteum in Salzburg; Lehraufträge für litauische Literatur und Kultur an den Universitäten Salzburg, Wien und Klagenfurt. Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Lyrik, Prosa, Theater); Herausgeber der Anthologie litauischer Erzählungen „Meldung über Gespenster“ (Otto Müller Verlag 2002). 1996 Österreichischer Staatspreis für Wissenschaftspublizistik. 2004 Preis des litauischen Schriftstellerverbandes für Lyrik‐Übersetzungen in Fremdsprachen und Orden für Verdienste um die Republik Litauen. 2007 Dr. Karl Renner‐Publizistikpreis (Ehrende Anerkennung). 2007 erschien der Essayband „Lesen ist Leben“ (Wieser Verlag), 2009 „Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius“ (Picus Verlag).
Ein Nachmittag und Abend
Anlässlich der Partnerschaft zwischen der Stadt Salzburg und Vilnius und dem Land Salzburg und der Republik Litauen
4. September 2009 ab 16.00h Haus für Europa (Edmundsburg, Mönchsberg 2, Salzburg), Europasaal
Vilnius wurde einst wegen seiner blühenden jüdischen Kultur das „Jerusalem des Nordens“ genannt. Die Juden bildeten bis zur Schoa die größte Bevölkerungsgruppe. Anfang Juni 1941 kam es unter sowjetischer Regierung zu Übergriffen und Deportationen. Nach dem Einmarsch der Nazitruppen am 22. Juni 1941 wurde das Wilnaer Getto eingerichtet. Hier versuchte die jüdische Bevölkerung trotz der widrigsten Umstände, ihre Kultur weiter zu erhalten und zu pflegen. Theater, Konzerte und vor allem das Lesen von Büchern erhellten für kurze Zeit den tristen Alltag.
Das Lied „Zog nisht keyn mol“ von Hirsh Glik steht symbolisch für den Mut einer Aufstandsbewegung, die im Getto entstand und wurde in ganz Osteuropa das Lied der jüdischen Partisanen. Hirsh Glik wurde bei der Liquidation des Wilnaer Gettos nach Estland deportiert und ermordet.
1943 wurde das Getto geräumt. Schon vorher waren 80% der litauischen Juden in Massenerschießungen ermordet worden.
Insgesamt kamen während der Schoa in Litauen 93% aller Juden um, das sind rund 130.000 Menschen.
Nach Ende des Krieges wurde unter sowjetischer Herrschaft und der feindlichen Haltung gegenüber den „Kosmopoliten“ das jüdische Erbe fast vergessen. Synagogen werden planiert, der Friedhof in einen Sportplatz verwandelt.
Erst nach der Unabhängigkeit wird das Jüdische Museum wieder eröffnet und eine kleine jüdische Gemeinschaft entsteht.
Am 4. September 2009 wollen wir durch Information, Zeitzeugnis und Beispiele des lebendigen Kulturschaffens dem jüdischen Erbe in Vilnius und Litauen eine Stimme verschaffen.
Eine gemeinsame Veranstaltung von: Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte, Stefan - Zweig - Centre; Land Salzburg; Stadt Salzburg; Botschaft der Republik Litauen; Literaturhaus Salzburg
Programm:
16.00h: Begrüßung
Botschafter der Republik Litauen in Österreich Excellenz Giedrius Puodžiūnas
Landeshauptmann – Stellv. Mag. David Brenner
Bürgermeister‐Stellvertreter Dr. Martin Panosch
16.15h‐19.00h: Vorträge und Lebensberichte
16.15h‐17.00h: Dr. Ruth Leiserowitz „Juden in Litauen in Geschichte und Gegenwart“
17.00h‐17.45h: Prof. Dr. Irena Veisaite „Warum ist es immer noch schwer in Litauen über Holocaust zu sprechen?“
17.45h‐18.15h Pause
18.15h‐19.00h: General (a.D.) Ephraim Lapid „A Lithuanian Jew in Israel“: Ein Lebensbericht
19.00h‐20.30h: Ein kultureller Abend zu Litauen
Gleb Pyšniak (Cello) spielt Lieder aus Litauen
Markas Zingeris spricht mit Cornelius Hell und liest aus seinen Werken
Cornelius Hell stellt sein neues Buch vor: Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius. Picus Verlag, Wien 2009 (=Picus Lesereisen)
Zu den Personen
Ruth Leiserowitz (gebürtige Kibelka; *25. Dezember 1958 in Prenzlau, Brandenburg) ist deutsche Historikerin. Sie betreibt vornehmlich Forschungen im litauisch‐russischen Raum, dem früheren Ostpreußen.
Ruth Leiserowitz wuchs in der Kleinstadt Löwenberg bei Oranienburg als Tochter eines evangelischen Pastors auf. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands studierte sie seit 1990 Geschichte und Polonistik an der Freien Universität Berlin und in Vilnius. Das Studium schloss sie 1996 mit der Magisterprüfung ab. Zwischen 1996 und 2000 lebte Ruth Kibelka in Klaipėda, Litauen, wo sie im nahe gelegenen Nidden auf der Kurischen Nehrung den Aufbau des Thomas‐Mann‐Kulturzentrums als wissenschaftliche Mitarbeiterin begleitete. Gleichzeitig lehrte sie zwischen 1996 und 2001 am Klaipėdaer Forschungszentrum Westlitauische und Preußische Geschichte. 1997 wurde Kibelka an der Humboldt‐Universität Berlin im Fach Neuere und Neueste Geschichte promoviert.
Im Jahr 2000 nahm Ruth Kibelka durch Heirat den Nachnamen Leiserowitz an; in den Folgejahren bis 2005 arbeitete sie unter anderem an den Universitäten Potsdam, HU Berlin und Klaipėda an verschiedenen Forschungsprojekten. Bis in die Gegenwart (2009) hat sie einen unbefristeten Lehrauftrag an der Klaipėdaer Universität.
Irena Veisaite ist Holocaustüberlebende aus Vilnius. Kurz nachdem Litauen von den Nazis besetzt wurde, kam sie in das Getto von Kaunas. Ihre Mutter wurde im Juli 1941 ermordet, ihr Vater lebte als litauischer taatsbürger in Belgien und überlebte deswegen den Holocaust.
Freunde der Familie ermöglichten 1942 die Flucht der kleinen Irena aus dem Getto. Sie wurde nach Vilnius gebracht und bei Bekannten versteckt.
Prof. Veisaite hat einen MA in Deutscher Sprache und Literatur der Lomonosov State University in Moskau und ein PhD der Universität Leningrad und lebt heute in Vilnius. Sie ist Theaterkritikerin und hat lange Jahre an der pädagogischen Universität Vilnius unterrichtet.
Veisaite initiierte gemeinsam mit Prof. C. Kudaba den Open Society Fund – Lithuania (OSFL), war zwischen 1990 und 1993 Vizevorsitzende und von 1993‐2000 Vorsitzende. In dieser Eigenschaft hat sie viele Projekte initiiert, die junge Künstler aus Litauen unterstützen. Veisaite hat mehr als 200 Artikel geschrieben und ist Co‐ Autorin einiger Textsammlungen und Herausgeberin von Büchern zum Thema Theater.
Veisaite war Vorsitzende des Stateless Cultur Center der Universität, der Baltic Cultural Foundation etc. Sie ist Mitglied des OSI Cultural sub‐board; Ombudsfrau des OSI; Vorsitzende des National Committee in Litauen des United World Colleges (UWC); Mitglied des Kuratoriums des Thomas Mann Kulturzentrums in Nida; Sie war Mitglied des UNESCO Nationalkomitees in Litauen; zwischen 2003 und 2007 war sie Mitglied des Advisory Board des Kulturministeriums. Sie gehörte dem Advisory Board für das Projekt “Vilnius – the European Cultural Capital 2009” an. 1995 erhielt Veisaite den Gediminas Orden (IV. Grad); 2003 wurde sie von der Sugihara Foundation zur “Person of tolerance for the year 2002” nominiert und 2006 durch die Stadt Vilnius mit der Barbora Radvilaite Medaille ausgezeichnet.
Ephraim Lapid ist der Sohn litauischer Eltern, die 1932‐33 nach Israel emigrierten. Er studierte Middle Eastern Studies und Arabisch an der Hebrew University (B.A.) und Politikwissenschaften (M.A.). Er diente als Senior Intelligence Officer in der israelischen Armee, war Armeesprecher, Brigadegeneral und Kommandant des Armee‐Radios Galei Zahal. Nach seiner Pensionierung arbeitete er als Senior Official in der Jewish Agency.
Lapid ist Mitglied der Association of Lithuanian Jews. Er war Generaldirektor des Media Information Centers und Generaldirektor des Ulpan Akiva. Lapid ist Autor zahlreicher Publikationen und Lecturer an der Bar Ilan Universität sowie am Ariel College.
Er ist auch Vorsitzender der Public Affairs of the Association of Veterans der Armee.
Gleb Pyšniak (*1987, Vilnius) studierte Cello in Vilnius und Wien. Er besuchte Meisterklassen unter Yo‐Yo Ma, Mstislav Rostopovich, David Geringas, Silvija Sondeckienė, Hege Waldeland, Piere Bari, Eleonora Testelec, Peeter Paemurru, Tomasz Strahl, Laszlo Mezo, Tigran Alichanov, Jeroen Reuling, Harald Schoneweg, Michael Flaksman, Elena Očic, Zvi Livschitz, Aleksandr Boyarsky und Monika Leskovar.
Mit 12 Jahren spielte Pyšniak bereits Solo mit dem Balys Dvarionas Chamber Orchestra. Zahlreiche Auftritte im In‐ und Ausland folgten, in Litauen, Polen, Holland, Kroatien, Norwegen. Er wurde zu zahlreichen Veranstaltungen und Festivals eingeladen (The Parade of Musicians, Druskininkai Summer, Birštonas Summer Festival, etc.). 2008 spielte er bei der Weltpremiere CONCERTO DA CAMERA für 7 Cellos von Vytautas Laurušas.
Gleb Pyšniak glänzte als Solist u.a. in Lettland, in Oslo mit der Lithuanian National Philharmonic, in der Vilnius City Hall, dem Congress Palace, dem National Opera and Ballet Theatre, der Great Hall of the Lithuanian Academy of Music and Theatre, der Vilnius Picture Gallery, dem Radvila Palace, dem Tyszkiewicz Palace.
Zwischen 2000 und 2008 wurde Gleb Pyšniak bei 17 nationalen und internationalen Bewerben ausgezeichnet (u.a. International Balys Dvarionas Competition, Sąskambiai, Pavasario pasažai, Pavasario sonata). Er gewann den ersten Preis und einen Spezialpreis beim 6. Antonio Janigro International Cello Wettbewerb. 2008 gewann er den Großen Preis in einem Wettbewerb, der von der Vereinigung der Juden in Litauen veranstaltet wurde und den ersten Preis in einem Instrumentenwettbewerb der Litauischen Akademien, ebenso den ersten Preis beim Internationalen August Dombrovski Wettbewerb.
Markas Zingeris (*1947 in Prienai) ist Journalist, Prosaschriftsteller, Lyriker, Dramatiker und Übersetzer. Bis 1971 studierte er Journalistik an der Universität Vilnius. Anschließend arbeitete er im Kriegsmuseum in Kaunas und in der Tageszeitung „Laikinoji sostinė“ und hatte Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen in Kaunas und am Institut für Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft an der Universität Vilnius. Zur Zeit ist Zingeris Direktor des nach dem Wilnaer Gaon benannten Jüdischen Staatsmuseums.
Er ist Mitglied des Litauischen Schriftstellerverbands und des P.E.N.‐Zentrums. Zingeris debütierte 1984 mit dem Gedichtband Das Zedernhaus. 1996 wurde im Akademischen Dramentheater in Kaunas sein Stück Um den Springbrunnen herum oder Das Kleine Paris aufgeführt.
Zingeris übersetzte russische und englische Lyrik und Prosa. Seine Werke wurden ins Deutsche, Französische, Englische, Niederländische, Russische, Jiddische, Finnische, Polnische und Ungarische übersetzt.
Für den Gedichtband Ein Abend in der Kindheit (1989) erhielt Zingeris 1990 den Titel des besten neuen Autors. Der Erzählungsband Illusion (2000) wurde als das beste Buch in Kaunas des Jahres 2001 ausgezeichnet.
Zingeris lebt in Kaunas und arbeitet in Vilnius.
Cornelius Hell, Mag. theol. (*1956 in Salzburg), ist Literaturkritiker und Essayist, 2002–2008 Feuilleton‐Chef der Wochenzeitung „Die Furche“, Autor von über 200 Sendungen für den ORF und den Bayerischen Rundfunk, lebt in Wien. 1984–86 Lektor für deutsche Sprache und österreichische Literatur an der Universität Vilnius; 1992–2005 Lehrbeauftragter für deutsche Poetik an der Universität Mozarteum in Salzburg; Lehraufträge für litauische Literatur und Kultur an den Universitäten Salzburg, Wien und Klagenfurt.
Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Lyrik, Prosa, Theater); Herausgeber der Anthologie litauischer Erzählungen „Meldung über Gespenster“ (Otto Müller Verlag 2002).
1996 Österreichischer Staatspreis für Wissenschaftspublizistik. 2004 Preis des litauischen Schriftstellerverbandes für Lyrik‐Übersetzungen in Fremdsprachen und Orden für Verdienste um die Republik Litauen. 2007 Dr. Karl Renner‐Publizistikpreis (Ehrende Anerkennung). 2007 erschien der Essayband „Lesen ist Leben“ (Wieser Verlag), 2009 „Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius“ (Picus Verlag).
