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LESUNG VON SIGITAS PARULSKIS IM PROGRAMM VON INTERNATIONALEN LITERATURTAGEN IN TIROL

Sigitas Parulskis ist der Gast der 8. Internationalen Literaturtagen „Sprachsalz“. Der litauische Autor liest am Freitag, den 10. September, um 16.00 Uhr im Parkhotel Terrasse, Hall im Tirol (bei Schlechtwetter Saal 1) und am Samstag, den  11. September, um 15.15 Uhr im Medienturm Ablinger. Garber,  Hall i.T.  Drei Tage lang von 10. Bis zum 12. September, werden Säle, Terrassen und Bars in Hall i. T. belesen. Alle Lesungen und Gespräche im Parkhotel, im Kurhaus, in der Wäscherei P und im Medienturm Ablinger.Garber sind bei freiem Eintritt zu besuchen.  Erwartet werden Autoren aus verschiedenen Ländern, u.a. Michel Butor (F), Georg Kreisler (A), John Wray (USA), Franzobl (A), Peh (D), Georg Klein (D), Fabio Stassi (I) und Monika Helfer (A).

 Schriftsteller Sigitas Parulskis

Sigitas Parulskis ist einer der bekanntesten Autoren Litauens und einer der wenigen, der vom Schreiben leben kann, in diesem drei Millionen Land mit dieser eigenartig schönen und alten Sprache. Geboren 1965 im ländlichen Obeliai, hat er sich schon 1990 mit seinem Lyrikdebüt den Ruf eines Enfant terrible der zeitgenössischen litauischen Literatur „erarbeitet“. Er zeigt dort eine Welt in der „der Ekel triumphiert“ und ein lyrisches Ich, das „teuflisch leer und göttlich unruhig“ ist. Nach vier Lyrikbänden veröffentlichte er drei Romane, verfasste Dramen sowie Kritiken und Essays. Bis heute polarisiert Parulskis Kritik und Publikum vor allem dadurch, dass er Sakrales und Profanes vertauscht und fusioniert, er ist damit für die einen ein Nestbeschmutzer, für andere ein Mythenschöpfer. Er meint: „Ich will nicht behaupten, dass die Heilige Schrift und Zeitschriften mit nackten Frauen so einfach miteinander zu vergleichen wären. Doch dass mich eigentlich immer nur Gott und die Frau interessieren, das ist die Wahrheit. Zwei Themen, mit denen alles anfängt, aus denen alles kommt und mit denen alles endet.“ 2002 erschien sein erster Roman Drei Sekunden Himmel, der auf Erfahrungen des Autors beruht, der zu den Luftlandetruppen der sowjetischen Armee eingezogen wurde. Er berichtet über die dort herrschenden gnadenlosen Sitten, über kuriose Begegnungen und die Orientierungslosigkeit nach der neu gewonnenen Unabhängigkeit Litauens. „Eine Existenz im freien Fall, in drei nicht enden wollenden Sekunden zwischen Himmel und Erde, Vergangenheit und Gegenwart, Leben und Tod – drei Sekunden, die Einsamkeit bedeuten.“