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FILM VON JONAS MEKAS IN DER AUSSTELLUNG "1989. ENDE DER GESCHICHTE ODER BEGINN DER ZUKUNFT?"

1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft? Anmerkungen zum Epochenbruch KUNSTHALLE Wien Halle 1 , 09. Oktober 2009 - 07. Februar 2010 Im Rahmen der Ausstellung wird der Film des litauischen in New York lebenden Filmregisseur Jonas Mekas „Litauen und der Zusammenbruch der UdSSR“ präsentiert. Akteure des Films sind Michail Gorbatschow, der erste litauische Präsident Vytautas Landsbergis und George W. Bush. Das Ergebnis seiner Collage aus Archivbildern ist eine Chronologie der historischen Geschehnissen im Jahre 1989-1991.

Über die Ausstellung:

Die große Herbstausstellung stellt ein historisches Ereignis in den Fokus: Vor zwanzig Jahren, im annus mirabilis 1989, markierte die Öffnung des Eisernen Vorhangs einen Epochenbruch, der das Ende des Kalten Krieges einleitete und eine neue geopolitische sowie massenpsychologische Situation schuf. Der Atem der Geschichte wehte durch das kollektive Bewusstsein, der ungläubige Ausruf „Wahnsinn!“ war in aller Munde. Utopien wurden begraben und neue, bislang ungeahnte Zukunftsszenarien taten sich auf. Auf kalte und heiße Kriege, auf einen kommunistischen Alltag der Unterdrückung und des Mangels folgte ein Zeitalter der Brüche, in dem alte Nationalismen und religiöse Fundamentalismen wiederkehrten und die gegenwärtige Finanzkrise Zweifel an der Funktionstüchtigkeit eines sozial unverantwortlichen „Raubtierkapitalismus“ nährt.

Die Ausstellung spürt den Metaphern nach, die mit dem Zerfall der bipolaren Teilung der Welt in Ost und West sowie mit dem politischen Umbruch verbunden sind und die in ihrer Folgewirkung bis heute ungebrochene Aktualität besitzen. Ein Highlight der Schau ist die 160 m² einnehmende Installation "Das große Archiv" (1993) von Ilya & Emilia Kabakov. Die sublimen Kommentatoren sowjetischer Alltagsverhältnisse führen durch klaustrophob anmutende Räume, die uns atmosphärisch in die Warteschlangen eines bürokratischen Verwaltungsapparates
versetzen. Die seismografisch sensiblen Beiträge ermöglichen Denkanstöße zu großen, nicht immer einfach zu fassenden Veränderungen.


KuratorInnen: Gerald Matt, Cathérine Hug

Teilnehmende KünstlerInnen:

Marina Abramovic, Sergei Bugaev Afrika, Chantal Akerman, Alighiero Boetti, Christoph Büchel und Giovanni Carmine, Erik Bulatov, Sophie Calle, Maurizio Cattelan, Chen Danqing, Harun Farocki und Andrej Ujica, Rainer Ganahl, Johan Grimonprez, Hans Haacke, Stephan Huber, Anna Jermolaewa, Ilya & Emilia Kabakov, Komar & Melamid, Alexander Kosolapov, Barbara Kruger, Lars Laumann, Josephine Meckseper, Jonas Mekas, Boris Mikhailov, Marcel Odenbach, Nam June Paik, Martin Parr, Ewa Partum, Susan Philipsz, Marek Piwowski, Pushwagner, Neo Rauch, Pedro Reyes, Nedko Solakov, Song Dong, Jane & Louise Wilson

Historischer Hintergrund

Die Ausstellung wird durch eine dokumentarische Präsentation der historischen Ereignisse ergänzt.
Konzept: Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Universität Wien

Rahmenprogramm

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Diskussionen und Vorträgen begleitet, das in enger Zusammenarbeit mit dem IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Wien), dem Polnischen Institut Wien, dem Bruno Kreisky Forum, der Embassy of the United States of America und der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik entstanden ist.