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DIE TÜR - NACH ERZÄHLUNG VON FRANZ KAFKA

  Vorstellungen im 3raum-Anatomietheater (Beatrixgasse 11, 1030 Wien):9. und 10. Juni um 20.00 Uhr - Raum1Karten (18€/12€ erm.): 0650 / 323 33 77 Kafka hat mir beigebracht, dass man die Grenzen des Wahrscheinlichen überschreiten kann.Nicht um der wirklichen Welt zu entfliehen, sondern um sie besser zu verstehen (Milan Kundera)Idee, Regie und Ausstattung: Arturas ValudskisSchauspiel: Martin Bermoser, Gerda Gratzer und Markus KoflerBühnenobjekt: Alois EllmauerProduktionsleitung: Gerda GratzerFotos: Eva-Maria Griese


Franz Kafka feiert seinen 125. Geburtstag. Für das Theater Panoptikum ist das ein festlicher Grund, sich mit diesem Autor auseinander zu setzen und ihm das neue Stück 2008 „Die Tür“ zu widmen.
Die Tür ist das Portal zu Franz Kafkas Gedanken und Einsichten. Szenische Fragmente spiegeln intime Momente so atmosphärisch, dass der Zuschauer die Luft dieses epochalen Schriftstellers zu atmen glaubt. Wie kein anderer verstand es Kafka, die irrationalen Mächte zu beschreiben, die in den Alltag des Menschen herein brechen. Das Theater Panoptikum zeichnet diesen phantastisch realistischen Alltag und spürt den kafkaesken
und grotesken Situationen nach.

Zur Inszenierung

Das Theater Panoptikum richtet in dieser Theaterarbeit den Fokus auf das Kafkaeske: ein Begriff, der grotesk-absurde Situationen beschreibt, die durch kein anderes Wort zu charakterisieren sind und in alle Kultursprachen
der Welt Eingang gefunden hat.

Das Bemühen der Akteure, eine bestimmte Sache zu erreichen, scheitert daran, dass ihre Aktionen keinerlei kausalen Zusammenhang mit ihrem Ziel erkennen lassen. So gibt es keine Orientierungsmöglichkeit. Alles geht ins Leere, das Angestrebte ist durch nichts zu beeinflussen. Es geht um die Entfremdung des Menschen, dessen Ohnmacht. Die Tür führt als Symbol durch das Stück und wird auch atmosphärisch vielschichtig einsetzt.

Auch in dieser Produktion dient eine literarische Vorlage als Basis für Improvisationen, mittels derer ein eigenes Theaterstück entsteht. Es wird eine Textfassung und ein Musikkonzept entwickelt.

Stil und Form

Die Aktionen sind konzentriert auf Begegnungen mit einer ganz speziellen musikalischen und visuellen Färbung der Atmosphäre. Eine Tür ist das wesentliche Bühnenbild, das sich verwandelt und vielfältig agiert. Sie ist
das Leitmotiv. Das Stück gehört stilistisch zum phantastischen Realismus, in der reale Menschen mit unerwarteten paradoxen Situationen konfrontiert werden.

Theater Panoptikum
Ensemble

Arturas Valudskis

geboren 1963 in Litauen. Er studierte Musik an der Hochschule in Kaunas. Als 18-Jähriger verweigerte er den Dienst im Afghanistankrieg und ließ sich für Monate in eine Nervenklinik einweisen. Hier machte er seine ersten
„Theater-Erfahrungen“. Ab 1985 arbeitete er ein Jahr lang mit Häftlingen im Gefängnis von Kaunas und gründete im selben Jahr ein Untergrundtheater. Er suchte den Weg zum experimentellen Theater. Es entdeckte ihn Jonas Vaitkus, damals künstlerischer Leiter und bedeutendster Regisseur am Akademietheater
Vilnius.
Ab 1986 studierte Arturas Valudskis an der Kunstakademie in Vilnius Regie und Schauspiel. Er inszenierte am Akademietheater die Tragikomödie "Orchester" von Jean Anouilh, für die er mit dem Förderstipendium der Stadt
Salzburg ausgezeichnet wurde. In Salzburg gründete er 1994 das THEATER PANOPTIKUM, mit dem er seither zahlreiche Theaterprojekte realisierte.
Weitere Theaterarbeiten erfolgten für das Toihaus Salzburg, die Musikwochen Millstatt, das Landestheater Salzburg und das Schauspielhaus Salzburg (u.a. Pianist von „Oceano Mare“ / Alessandro Baricco, Ausstattung von „Warten auf Godot“ / Samuel Beckett.) Schauspiel-Engagements beim Klagenfurter Ensemble und der neuenbühne Villach.
2005 entwickelte er sein Soloprogramm „Zwischen Himmel und Erde“, mit dem er im In- und Ausland gastiert. 2006 erfolgte die Produktion „Kannst nie sicher sein“ und im Mai 2007 seine neueste Produktion mit dem Theater Panoptikum „Die Wand“ nach Marius Ivaskevicius.
Weitere Produktionen 2007 im Schauspielhaus Salzburg:
„Der Atem“, Nachtgespräche mit Musik
„Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus / Schauspiel und Bühnenmusik
„Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky (Koproduktion mit den Mozart Solisten) / Regie und Ausstattung

Martin Bermoser

studierte am Konservatorium der Stadt Wien. Auf Bühnen im In- und Ausland war Martin Bermoser u. a. im Theater des Lachens Berlin, Feuchtwangen, Sommerspiele Melk und „Blue Man Group“ (Theater am Potsdamerplatz Berlin) zu sehen. Im Astorplace Theatre wirkte der vielseitige Künstler 2005 in der
international bekannten Broadwayshow „Blue Man Group“ mit. Das Wiener Theaterpublikum kennt Bermoser von den Produktionen „Down by law“ (Künstlerhaus, Regie Christian Suchy), „Hoffmanns Erzählungen“  (Schauspielhaus, Regie Barrie Kosky), „Andorra“ (Theater in der Josefstadt, Regie Peter Lotschak), „Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro“ (Theater in der Josefstadt, Regie Janusz Kiza) und „Versuppung und Eintopfung“ (Künstlerhaus, Regie Christian Suchy). Im Sommer 2007 wirkte er bei den Sommerspielen Melk in der Produktion „Apokalypse“ (Regie Alexander Hauer) mit. An der Volksoper Wien debütiert er in der Saison 2006 / 07 als Paul Mikl in „Der Graf von Luxemburg“. Zurzeit spielt er im Theater TAG in Wien.

Gerda Gratzer

studierte Musikwissenschaften (musikalischen Studien in Orgel, Chorleitung und Gesang) sowie Kulturmanagement und war künstlerische Leiterin der Internationalen Musikwochen Millstatt. Mit dem Regisseur Arturas Valudskis gründete sie das Theater Panoptikum und wirkte in mittlerweile 12 Produktionen mit (zuletzt: Die Wand nach Marius Ivaskevicius).
Nach der staatlichen Diplomprüfung Schauspiel arbeitete sie in mehreren Ensembles (Theater Taka Tuka, Theater ECCE, Theater FOCUSS). In den letzten Jahren nahm die Regietätigkeit bedeutend zu. Zuletzt: Kunsthaus Bruckmühle / Pregarten, „Land“ von Friedrich Ch. Zauner. 2009: Theater Focuss Salzburg,
Sergi Belbel „Spielwiese“.
Gerda Gratzer beschäftigt sich intensiv mit systemischer Forschung und Drehbuchaufstellungen. Sie leitet Theaterwerkstätten sowie Kurse im Bereich Theater und Persönlichkeitsbildung.

Markus Kofler

studierte Musik (Hauptfach Klavier) und Germanistik. Diplomprüfung Schauspiel.Als Schauspieler wirkte Markus Kofler im Nanu Theater, Studio Orange, Festspiele Köttingen, Theater Taka Tuka, Neue Bühne Villach,
Salzburger Festspiele, Theater Panoptikum, Toihaus Salzburg. Zusammenarbeit mit Christian Suchy, Milan Sladek, Astrid Griesbach (Theater des Lachens Berlin). Derzeit spielt er mit dem Klagenfurter Ensemble in der neuen Produktion S!NG M!T: böse Menschen haben keine Lieder von Bernd Liepold-Mosser.

http://www.3raum.or.at/