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AUSSTELLUNG „SYNAGOGEN IN LITAUEN“ SETZT IHRE REISE DURCH ÖSTERREICH FORT

Am 22. September wurde im Foyer des Chiemseehofes die Ausstellung „Synagogen aus Litauen“ von der Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller eröffnet, die Kuratorinnen der Ausstellung  Dr. Jurgita Verbickienė, Direktorin des „Centre for Studies of the Culture and History of East European Jews” und Lektorin am Institut für Geschichte der Universität Vilnius sowie Giedrė Mickūnaitė, Dozentin an der Vilnius Kunstakademie waren anwesend. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Synagogen an Hand von Fotos, Bauplänen, Skizzen und Archivmaterialien und möchte ein größeres Publikum auf diesen Teil des litauischen Kulturerbes aufmerksam machen, der heute akut gefährdet ist. Bis 22. Oktober 2010 kann sie währen der Amtszeiten besucht werden. Die Ausstellung ist der Teil des Kulturporjektes „Alte liebe rostet nicht. Vilnius – Salzburg 1970-2010“.

Foto: Salzburg Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller und Ausstellungskuratorin Dr. Jurgita Verbickienė

Synagogen in Litauen

Vor dem 2. Weltkrieg lebten ca. 250.000 Juden und Jüdinnen in Litauen. Vilnius, Litauens historische Hauptstadt, war vor dem 2. Weltkrieg eine pulsierende, kosmopolitische Stadt und galt als Zentrum jüdischer Kultur und Gelehrsamkeit. Aufgrund der Vielzahl an jüdischen Bibliotheken, Zeitschriften und Verlagen, in denen Jahr für Jahr Tausende jiddischer Bücher erschienen, wurde die Stadt auch als „Jerusalem des Nordens“ bezeichnet. Der Literatur- Nobelpreisträger Czeslaw Milosz nannte sie in seinen Erinnerungen die „geistige Schatzkammer der europäischen Judenheit“. Die meisten Städte und Dörfer besaßen eine oder auch mehrere Synagogen, insgesamt gab es etwa 1000 Synagogen in Litauen. Zwischen 2006 und 2008 begann ein Team von WissenschafterInnen und StudentInnen alle noch existierenden Synagogen zu dokumentieren.

Im Rahmen dieses gemeinsamen Projektes der „Vilnius Academy of Arts“, des „Centre for the Studies of the Culture and History of East European Jews“, des „Center for Jewish Art of the Hebrew University in Jerusalem“ und der „Vilnius Gediminas Technical University“ konnten noch 101 Synagogen erfasst werden. Jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben, sind viele von ihnen heute schwer beschädigt. Vor allem die einzigartigen hölzernen Synagogen Litauens sind in großer Gefahr, unwiederbringlich verloren zu gehen. (Text: ESRA)