AUSSTELLUNG „SYNAGOGEN IN LITAUEN“ IN WIEN
Am Montag, den 19. April, um 19.30 Uhr laden ESRA und die Botschaft der Republik Litauen in Österreich zur Eröffnung der Ausstellung „Synagogen in Litauen. Zeugnisse einer versunkenen Welt“ im psychosozialen Zentrum ESRA (Tempelgasse 5, 1020 Wien). Programm Begrüßung: Peter Schwarz, ESRA und Giedrius Puodžiūnas, Botschafter der Republik Litauen „Jüdisches Leben in Litauen“: Rita Valiukonytė, Kulturattaché der Republik Litauen, Dr. Jurgita Verbickienė, Vilnius, Kuratorin der Ausstellung, Direktorin des „Centre for Studies of the Culture and History of East European Jews” und Lektorin am Institut für Geschichte der Universität Vilnius Lesung: Mag. Cornelius Hell, Literaturkritiker, Übersetzer und Essayist, liest Texte über das jüdische Vilnius. Anschließend laden wir zu einem Glas Wein. Eintritt frei. Für die Veranstaltung bitten wir um Anmeldung unter info@esra.at oder Tel. (01) 214 90 14. N.B. Bitte haben Sie Verständnis für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und bringen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis mit.
Zeugnisse einer versunkenen Welt
Vor dem 2. Weltkrieg lebten ca. 250.000 Juden und Jüdinnen in Litauen. Vilnius, Litauens historische Hauptstadt, war vor dem 2. Weltkrieg eine pulsierende, kosmopolitische Stadt und galt als Zentrum jüdischer Kultur und Gelehrsamkeit. Aufgrund der Vielzahl an jüdischen Bibliotheken, Zeitschriften und Verlagen, in denen Jahr für Jahr Tausende jiddischer Bücher erschienen, wurde die Stadt auch als „Jerusalem des Nordens“ bezeichnet. Der Literatur-Nobelpreisträger Czeslaw Milosz nannte sie in seinen Erinnerungen die „geistige Schatzkammer der europäischen Judenheit“.
Die meisten Städte und Dörfer besaßen eine oder auch mehrere Synagogen, insgesamt gab es etwa 1000 Synagogen in Litauen. Zwischen 2006 und 2008 begann ein Team von WissenschafterInnen und StudentInnen alle noch existierenden Synagogen zu dokumentieren.
Im Rahmen dieses gemeinsamen Projektes der „Vilnius Academy of Arts“, des „Centre for the Studies of the Culture and History of East European Jews“, des „Center for Jewish Art of the Hebrew University in Jerusalem“ und der „Vilnius Gediminas Technical University“ konnten noch 101 Synagogen erfasst werden. Jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben, sind viele von ihnen heute schwer beschädigt. Vor allem die einzigartigen hölzernen Synagogen Litauens sind in großer Gefahr, unwiederbringlich verloren zu gehen.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Synagogen an Hand von Fotos, Bauplänen, Skizzen und Archivmaterialien und möchte ein größeres Publikum auf diesen Teil des litauischen Kulturerbes aufmerksam machen, der heute akut gefährdet ist.